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Hans Goerdten hat Soziologie und Philosophie in Potsdam, Berlin und Frankfurt am Main studiert. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Geschlechtersoziologie, kritische Sexualforschung, Queer Studies und qualitativ-rekonstruktive empirische Methoden.
In seinem Promotionsprojekt setzt er sich mit Erfahrungen sexueller Gewalt von schwulen und bisexuellen Männern auseinander. Die Arbeit nimmt dabei deren Subjektivierungsverläufe in den Blick und untersucht die Rolle, die sexuelle Gewalt darin spielen kann. Dies findet vor dem Hintergrund weiter gefasster Fragen um die konflikthaften Aushandlungen von Männlichkeit im Kontext von Aneignungsprozessen schwuler und bisexueller Subjektivitäten statt. Dabei soll nicht unterstellt werden, alle schwulen und bisexuellen Männer würden im Verlauf ihrer Identitätsfindung sexuelle Gewalt erleben. Statistiken zeigen allerdings, dass wesentlich mehr homo- und bisexuelle Männer von sexueller Gewalt betroffen sind als heterosexuelle Männer. Ebenso muss Gewalt nicht unbedingt selbst erlebt werden, um Identitätsbildungsprozesse zu beeinflussen.
Aus diesen Gründen startet das Projekt von Hans Goerdten mit der Erwartung, dass eine empirische Auseinandersetzung mit sexueller Gewalt unter schwulen und bisexuellen Männern ertragreich für die Frage nach dem Verhältnis von Geschlecht und Gewalt sein kann. Grundsätzlich bearbeitet es eine Forschungslücke, da wenig empirische Forschung speziell aus geschlechtersoziologischer Perspektive zu sexueller Gewalt unter schwulen und bisexuellen Männern existiert. Ebenso ist in den letzten Jahren ein gestiegener Gesprächsbedarf in queeren und schwulen Communities zu Themen sexueller Gewalt wahrnehmbar, der einer wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik relevant macht.
Für das Projekt ist eine Erhebung von biografischen und Expert*inneninterviews sowie eine Auswertung in der Rahmung der rekonstruktiven Subjektivierungsforschung geplant. Ziel ist es, sexuelle Gewalt zwischen schwulen und bisexuellen Männern als Phänomen empirisch zu untersuchen und – mit Bezug auf geschlechtersoziologische, kritische und queere Theorien – auf theoretische Einordnungen hinzuarbeiten.
Publikationen
Goerdten, Hans (2022). At least we are not like the others! – Dynamics of distancing and community trouble among gay men. AnthroDesires-Blog. Online verfügbar unter: https://anthrodes.hypotheses.org/500
Vorträge
Goerdten, Hans (2025). Normality, Violence and Transitions in the Life Course – Reflecting on Sexual Violence as experienced by Gay and Bisexual Men. International conference – Situating Transitions: New Horizons in Research of Life Course Transitions, Eberhard-Karls-Universität, 8.10.2025, Tübingen.
Goerdten, Hans (2025). Sexual Violence among Gay and Bisexual Men – Focusing Vulnerability in early Sexual Experiences. ESA RN23 Sexuality Mid-term Conference 2025 – Deviants, Sinners, and Rebels. Sexuality Studies in Times of Trouble, Universitá degli Studi Palermo, 12.9.2025, Palermo.
Goerdten, Hans (2025). Sexual Violence among Gay and Bisexual Men – an Exploration. 5. ISA Forum in Sociology – Université Internationale de Rabat, 9.7.2025, Rabat.
Goerdten, Hans (2024). Wandel und Gleichzeitigkeit: Diskurse schwuler Männer über sexuelle Gewalt und Missbrauch. Fünfte Jahrestagung des Arbeitskreises Sexualitäten in der Geschichte (AKSG) – The straight past of a queer present? Universität Bamberg, 20.4.2024, Bamberg.
Goerdten, Hans (2023). Verharmlosung und moralische Panik – Gemeinsamkeiten zwischen zwei Arten, Gewalt nicht zu verstehen. Konferenz – „Im Abgrund der Geschichte ist für alle Platz“ – Sprechen über Abgründe, Romantik Museim, 24.11.2023, Frankfurt am Main.
Okroi, Lio; Vatter, Lisa; Reich, Marie; Goerdten, Hans (2023). Fragen an eine kritisch-transformative Geschlechtersoziologie in Zeiten multipler Krisen. Workshops ‚Towards Sustainable Research‘, Justus-Liebig-Universität, 11. Dezember 2023, Gießen.