Lisa Vatter, M.A.

Kontakt

Goethe-Universität Frankfurt
GRK Doing Transitions

Besucher*innenadresse:
IKB-Gebäude, 4. OG, Raum 4500
Eschersheimer Landstraße 121
D – 60322 Frankfurt am Main

Postadresse:
Theodor-W.-Adorno-Platz 1
IKB-Gebäude, Postfach 3
60323 Frankfurt am Main

vatter(at)em.uni-frankfurt.de

Lisa Vatter studierte Gender Studies (M.A) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Basel. Im Bachelor studierte sie Soziale Arbeit. Während ihrer Studienzeit arbeitete am Sozialwissenschaftlichen Geschlechterforschungsinstitut in Freiburg (SoFFI F.). Dort, wie auch im Rahmen ihres Studiums, beschäftigte sie sich insbesondere mit Methoden der qualitativ-rekonstruktiven Sozialforschung und den Themen Familie (-nplanung) und Gewalt in Geschlechterverhältnissen.
Im Anschluss daran war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Erziehungswissenschaften an der Universität Bielefeld.

Seit Januar 2023 ist Lisa Vatter nun wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am DFG – Graduiertenkolleg „Doing Transitions. Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Dissertationsprojekt

Der Übergang in Elternschaft ist zum Brennpunkt gesellschaftlicher Widersprüche geworden: Während sie zunehmend als individuelle, rationale und freiwillige Wahl gelten, gerät diese Vorstellung unter den Bedingungen prekärer Arbeits- und Lebensverhältnisse, der Krise sozialer Reproduktion und politischer Polarisierung zunehmend unter Druck. Reproduktive Rechte sind heute so umkämpft wie lange nicht und finden heute in einem Spannungsfeld aus gesteigerter Kontingenz, normativen Erwartungen und struktureller Ungleichheit statt.

In ihrem Dissertationsprojekt „Doing Reproduction: Geschlechterbeziehungen und Agency im Übergang in Elternschaft“ untersucht Lisa Vatter aus einer praxeologischen, prozesssoziologischen und geschlechtertheoretisch informierten Perspektive, wie das Zustandekommen von ‚Familie‘ unter spätmodernen Bedingungen konkret vollzogen wird. Dabei entwickelt das Projekt eine Analytik des Zustandekommens von ‚Familie‘, die das etablierte Verhandlungs- und Gestaltungsparadigma der Familienforschung ergänzt: um jene Dimensionen, die sich der expliziten Aushandlung gerade entziehen. Dabei wird empirisch rekonstruierbar, wie Geschlechterungleichheit und Machtasymmetrien nicht erst nach der Geburt entstehen, sondern bereits in präfigurativen Praktiken – im Verhältnis zur Möglichkeit von Elternschaft – prozessual hervorgebracht werden.

Methodisch werden Paarinterviews in einem erweiterten Sinne als relationale Erhebungssituation genutzt. Die Auswertung erfolgt mit einem erweiterten Integrativen Basisverfahren, das es erlaubt, manifeste Inhalte ebenso wie interaktive und performative Mechanismen analytisch zu berücksichtigen.

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Soziologie von Reproduktion, Familie und Geschlecht und entwickelt zugleich innovative methodologische Zugänge für die qualitative Übergangs- und Familienforschung.

Publikationen

Schmitt, Anna / Kleine-Niermann, Konstantin / Lange, Eva / Vatter, Lisa / Ziegler, Holger 2023: Bildung, Bildungserfolg und Schule. Sozial Extra, 47. Jg., Heft 5, 291–296.

Vorträge & Lehre

Vatter, Lisa (2026). Beyond Manifest Content. An Extended Integrative Approach for Analyzing Relational and Processual Dynamics in Couple Interviews. Presentation at the 10th International World Conference on Qualitative Research (WCQR), February 3, 2026, Madrid, Spain.

Vatter, Lisa (2025). Methodological Reflections on Transitions. An Integrative Analytical Framework for Analyzing the ‚Messiness‘ of Transition Data. Präsentation at the international Conference ‚Situating Transitions: New Horizons in Research of Life Course Transitions‘ of the DFG-Graduate School ‚Doing Transitions‘, Eberhard-Karls-Universität, Oktober 7, 2025, Tübingen.

Vatter, Lisa (2025). Kinderwunschverhältnisse als Weichenstellung: Ausgangspunkte geschlechtsspezifischer Ungleichheit in Familien. Vortrag bei der Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Sektion Familiensoziologie: Abkehr vom klassischen Ernährermodell? Im Spannungsfeld aus Erwerbs- und Sorgearbeit. 20.März 2025, Nürnberg.

Vatter, Lisa / Wägerle, Jennifer (2025 & 2026). Forschung im Gespräch gestalten. Leitfaden und Interviewführung. Workshop im Rahmen der Methodenschool ‚Qualitative Forschungspraxis‘. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 31.01.-01.02.2025 & 20.02.-21.02.2026, Freiburg.

Vatter, Lisa (2025). Telling a Story about Research. Theoretische und method(olog)ische Überlegungen zur Erforschung von Geschlechterbeziehungen und Agency im Übergang in Elternschaft. Vorlesung im Rahmen der Vorlesung ‚Einführung in die empirische Sozialforschung‘. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 15.01.2025, Freiburg.

Vatter, Lisa / Okroi, Lio (2024). Reflexive Forschungspraxis zu Übergängen. Seminarsitzung im Rahmen des Seminars ‚Doing Transitions: Reflexive Forschung zu Übergängen in Lebenslauf und Biographie‘, Goethe-Universität, 24. Juni 2024, Frankfurt a. M.

Vatter, Lisa/ Okroi, Lio / Reich, Marie / Goerdten, Hans (2023). Fragen an eine kritisch-transformative Geschlechtersoziologie in Zeiten multipler Krisen. Vortrag im Rahmen des Workshops ‚Towards Sustainable Research‘, Justus-Liebig-Universität, 11. Dezember 2023, Gießen.

Degele, Nina / Vatter, Lisa (2021). Intersektionalität als Mehrebenenanalyse. Seminarleitung des Seminars „Intersektionalität als Mehrebenenanalyse“ im Rahmen des Masters Gender Studies, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Wintersemester 2021, Freiburg im Breisgau.

Mitgliedschaften

Institut für qualitative Sozialforschung

Netzwerk Qualitative Familienforschung

Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS):
Sektion Methoden der qualitativen Sozialforschung
Sektion Frauen- und Geschlechterforschung
Sektion Familiensoziologie