Victoria Heuschele, M.A.

Kontakt

Eberhard Karls Universität Tübingen

Institut für Erziehungswissenschaft |Abteilung Sozialpädagogik |
GRK Doing Transitions

Münzgasse 30
72070 Tübingen
07071-2976732

victoria.heuschele(at)graduiertenkolleg.uni-tuebingen.de

Victoria Heuschele ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen.
Sie hat an der Hochschule Esslingen im Bachelor Soziale Arbeit studiert und darauf aufbauend den Master Forschung und Entwicklung in der Sozialpädagogik/Sozialen Arbeit in Tübingen absolviert. Parallel zu ihren beiden Studienphasen war sie u. a. als Honorarkraft im Beruflichen Ausbildungszentrum Esslingen (BAZ) sowie beim Wohlfahrtswerk für Baden Württemberg in der Betreuung von Freiwilligen tätig. Als langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin in der evangelischen Jugendarbeit des Evangelischen Jugendwerks Württemberg und in der Bewährungshilfe ist sie bis heute aktiv.

Ausgehend von ihren Erfahrungen als Forschungsstudierende im Rahmen des Graduiertenkollegs ‚Doing Transitions‘ und ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Bewährungshelferin entstand das Promotionsvorhaben mit dem Arbeitstitel „Unsichtbare Übergänge in Freiheit – Erfahrungen weiblicher Strafgefangener im Kontext der Entlassung aus dem Strafvollzug“. Dabei interessiert sie die empirische Untersuchung der Haftentlassungsphase aus der Perspektive der Betroffenen und der zugrundeliegende innerpsychische Prozess. Somit trägt das Promotionsprojekt primär auf der Ebene individueller Herstellung und Gestaltung von Übergängen zum Graduiertenkolleg bei.

Unsichtbare Übergänge

Das Promotionsprojekt mit dem Arbeitstitel „Unsichtbare Übergänge“ setzt sich mit der Übergangszeit von straffälligen Frauen im Anschluss an eine Inhaftierung auseinander. Es fragt explizit nach deren subjektiven Erfahrungen im Kontext der Entlassung aus dem Strafvollzug. Denn immer wieder zeichnet sich ab, dass dieser Übergang vornehmlich als ein rein örtlicher Übergang von einem „drinnen“ nach „draußen“ thematisiert und entlang einzelner Teilübergänge (Übergang in Arbeit, Übergang in Wohnen, Übergang aus Sucht, etc) bearbeitet wird. Diese Betrachtungsweise und Operationalisierung der Haftentlassung im Sinne einer Wiedereingliederung wird (noch) nicht zufriedenstellend den prekären Übergängen ihrer jeweiligen Akteurinnen gerecht. Die Arbeit hat daher u. a. den Anspruch, dieses spezifische Übergangsgeschehen in einem qualitativen Sinn aufzugreifen, dadurch gleichzeitig straffällige Frauen als besonders vulnerable Gruppe im wissenschaftlichen Diskurs zu artikulieren und zu einem umfassenderen Übergangsverständnis beizutragen. Auch wenn das Promotionsvorhaben in erster Linie den individuellen Vollzug des Übergangs in den Blick nimmt, werden ausgehend davon auch die Bedeutung der institutionellen Rahmenbedingungen sowie beeinflussende Diskurse auf die Übergangszeit in den Blick genommen. Um dieses Vorhaben umzusetzen, sind als zentrales Element (biographisch-) narrative Interviews mit ehemaligen inhaftierten Frauen geplant. Zusätzlich werden Expert*innen-Interviews durchgeführt. Eine subjektorientierte Übergangsforschung in Verbindung mit biographietheoretischen Annahmen, ebenso wie Impulse einer intersektionalen Forschungsheuristik sowie Bezüge zur Geschlechterforschung schärfen das Promotionsprojekt. Das Promotionsvorhaben reiht sich damit in seiner inhaltlichen Ausrichtung schwerpunktmäßig in eine erziehungswissenschaftliche Übergangsforschung ein und trägt damit zur Etablierung eines Themengebietes bei, das bisher – wenn überhaupt – Gegenstand einer kriminologisch dominierten Auseinandersetzung war.