Flora Petrik, M.A.

Kontakt

Goethe-Universität Frankfurt
GRK Doing Transitions

Universität Wien
Institut für Bildungswissenschaft
Sensengasse 3A
1090 Wien

+43 1 4277 467 64
flora.petrik(at)univie.ac.at

Flora Petrik hat an der Universität Wien und der Universität Jyväskylä Bildungswissenschaft studiert, mit dem Schwerpunkt auf qualitative Methoden der Sozialforschung, Biographieforschung und soziale Ungleichheiten in Universität und Schule. Sie ist Projektmitarbeiterin im Arbeitsbereich Bildung und Beratung im Lebenslauf und forscht dort zu Studienerfahrungen und -verläufen von Bildungswissenschaftsstudierenden. In ihrer Dissertation befasst sie sich mit dem Thema „Habituelle Transformationen am Übergang ins Studium“. Dabei interessiert sie sich besonders für das ‚Wie‘ der Aneignung eines akademischen Habitus. Ihr Promotionsvorhaben legt den Fokus auf interaktive Prozesse in der Hochschule, das Zusammenspiel zwischen Subjekt und Institution und berührt mit dieser Perspektive die Ebene des individuellen Bewältigungs- und Aneignungshandeln im Kontext der Herausbildung von Habitus.

Akademiker*in werden – Habituelle Transformationen im Studium

Bildungsabschlüsse werden sozial vererbt. Als verantwortlich dafür wird in sozialwissenschaftlichen Analysen im Anschluss an Pierre Bourdieu – neben fehlenden finanziellen Ressourcen und Zulassungsbarrieren – oftmals die fehlende habituelle Passung erachtet. Zwar wird in habitusanalytischen Arbeiten auf die dynamischen Momente habitueller Transformationen verwiesen, doch das ‚Wie‘ dieser Prozesse stellt bisher unerforschtes Terrain dar. Im Rahmen des Promotionsvorhabens werden diese interaktiven Prozesse der Akkulturation und habituellen Transformation im Kontext hochschulischer Übergänge aus einer multimethodischen Perspektive betrachtet. Dabei ist die Aneignung eines akademischen Habitus bei Bildungsaufsteiger*innen von besonderem Interesse: Wie lassen sich diese Prozesse und komplexen Dimensionen von habituellen Übergängen rekonstruieren? Welche Anrufungs- und Aneignungsprozesse werden im Übergang bedeutsam? In welchen Szenen und Erlebnissen vollziehen sich diese Transformationen? Zur Beantwortung der genannten Fragen werden verschiedene qualitative Forschungsansätze herangezogen: Biographisch-narrative Interviews, teilnehmende Beobachtungen und Autoethnographien. Die Kombination der verschiedenen methodischen Zugänge erlaubt es, an die Leerstellen der bisherigen Habitusforschung anzuschließen und Übergänge als widersprüchliche Prozesse der Aneignung und Anpassung zu verstehen. Dabei gerät sowohl der Übergang ins Studium als zentrales Wechselverhältnis von diskursiv hergestellten Erwartungen, deren institutionelle Bearbeitung und individuellen Prozessen der Habitus­transformation in den Blick, als auch die Dynamik der habituellen Transformation selbst.

Publikationen

Petrik, F. (2020): Die Klasse, die keine ist. Zur Bedeutung von sozialer Schicht für differenzkritische Pädagogik. In: Y. Akbaba/T. Buchner/A. Heinemann/D. Pokitsch/N. Thoma (Hrsg.): Lehren und Lernen in Differenzverhältnissen. Interdisziplinäre und intersektionale Betrachtungen. (angenommen)

Petrik, F. & Pokitsch, D. (2020): Die Vermessung der Sprache. Eine ableismuskritische Betrachtung sprachlicher Bedingungen für ‘Schulfähigkeit’. In: Y. Akbaba/T. Buchner/A. Heinemann/D. Pokitsch/N. Thoma (Hrsg.): Lehren und Lernen in Differenzverhältnissen. Interdisziplinäre und intersektionale Betrachtungen. (angenommen)

Brehm, A. & Petrik, F. (2020). „Bleib, wie du bist, auch wenn sie sagen, dass Du nichts bist!“ Methodologische Überlegungen zu Anrufungs- und Aneignungsprozessen im Kontext von akademischem Habitus. In: A. Lange-Vester/H. Bremer (Hrsg.): Entwicklungen im Feld der Hochschule. Weinheim: Beltz Juventa. (i. E.)

Buchner T. & Petrik F. (2020): „Nie dort ist keiner.“ Schulische Raumordnungen im Spannungsfeld von Inklusion und Exklusion. In: Gemeinsam leben, 2/2020, S. 77-85.

Petrik F. (2020): Rezension zu „Reflexivität und Erkenntnis“ von Alina Brehm und Jakob Kuhlmann. In: Soziologiemagazin Blog. URL [abgerufen am 30.03.2020]

Vorträge

  • Buchner, T./Petrik, F. (2020). Klasse: Die Schattenkategorie der deutschsprachigen Inklusionsforschung – Vortrag bei der Jahrestagung für Inklusionsforscher*innen: 25.28.02.2020, Universität Wien und Pädagogische Hochschule Wien.
  • Petrik, F. (2020). Come as you are? Habitual Transformations in Higher Education – Posterpräsentation auf der internationalen Konferenz „Doing Transitions in the Life Course“: 17.-19.02.2020, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • Brehm, A./Petrik, F. (2019). »Bleib wie du bist, auch wenn sie sagen, dass du nichts bist«. Widersprüchliche Anrufungen und Aneignungsprozesse von akademischen Habitus im Kontext des Studiums – Vortrag bei Frühjahrstagung der Sektion „Bildung und Erziehung“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS): 02.03.05.2020, Hannover.
  • Petrik, F. (2019). Who cares for Inclusion? Inklusive Bildung, Care und Geschlecht – Posterpräsentation auf der Jahrestagung der Inklusionsforscher*innen: 20.22.02.2019, Humboldt Universität Berlin.

Lehrveranstaltungen

Gastbeitrag zu Habitus und Hochschule im Ringseminar „Zu Übergängen forschen“ (Dr.in Anna Wanka und Dr.in Jessica Lütgens, SoSe 2020, Goethe Universität Frankfurt am Main)

Gastbeitrag zur Arbeit mit autoethnographischem Material im Bachelor-Seminar „Ethnographische Zugänge in der pädagogischen Forschung“ (Mag.a Julia Demmer, SoSe 2020, Universität Wien)

Gastbeitrag zu Autoethnographie in der Vorlesung „Interpretative Verfahren in der bildungswissenschaftlichen Forschung“ (Prof.in Bettina Dausien, WiSe 2019/2020, Universität Wien)

Mitgliedschaften

  • Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), Sektion Biographieforschung und Sektion Bildung und Erziehung
  • Arbeitskreis Kulturanalyse (AKA)
  • Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie (GfpS)
  • Arbeitsgruppe Gender des Instituts für Bildungswissenschaft, Universität Wien (Gender AG)