Jana Heer

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Jana Heer hat Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main studiert. Nach dem Master arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt am Main in der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) im Projekt StEG-Tandem. In ihrer Dissertation befasst sie sich mit dem biografischen Sinn der Kommunikation der Praktik des Ritzens Adoleszenter in sozialen Onlinemedien. Dabei betrachtet sie die Praktik vor dem Hintergrund der Aneignung des sich verändernden (Geschlechts-)Körpers in der Adoleszenz. Mit der Arbeit wird auf der Ebene individueller Gestaltung der Übergangsphase der Aneignung des (Geschlechts-)Körpers in der Adoleszenz zum Graduiertenkolleg beigetragen.

Forschungsprojekt

Selbstverletzungen der Haut stellen gegenwärtig auch in westlichen Kulturen ein sich zunehmend verbreitendes Phänomen dar. Mit der Durchdringung digitaler Onlinemedien des Alltags werden die durch die Praktik des Ritzens hervorgerufenen Wunden auch in den virtuellen Raum transferiert, sowie online diskutiert und verhandelt. Insbesondere in der Adoleszenz, in der Jugendliche durch den sich verändernden und zunehmend mit gesellschaftlichen Erwartungen und Normierungen konfrontierten (Geschlechts-)Körper vor der Herausforderung der (Wieder-)Herstellung einer neuen Balance zwischen Körper-Haben und Leib-Sein stehen, und den adoleszenten (Geschlechts-)Körper neu aneignen müssen, scheint der Praktik eine vielschichtige Bedeutung zuzukommen. Das Dissertationsvorhaben geht dieser, durch mehrere ineinander verwobene Dimensionen dynamisierten, Übergangssituation auf den Grund und rekonstruiert am Beispiel des virtuell verhandelten selbstverletzten Körpers den biografischen Sinn der Praktik in Hinblick auf die Bewältigung und Herstellung des Übergangs im Lebenslauf. Die qua narrativer Interviews befragten Adoleszenten rücken dabei als Individuen in den Fokus der reflexiv-erziehungswissenschaftlichen Übergangsforschung.

Vorträge

Sauerwein, M. & Heer, J. (2019). How do school development teams implement peer-mentoring in supervised homework – linking text mining to (qualitative) social reconstructive methods. Contribution at the 3rd International Conference on School Improvement Research (SIR): Concepts, Designs, and Methods on 25–26 April 2019, University of Zürich.

Publikationen

Sauerwein, M. & Heer, J. (2020). Warum gibt es keine leistungssteigernden Effekte durch den Besuch von Ganztagsangeboten? – oder Über die Paradoxie individueller Förderung. Zeitschrift für Pädagogik, 2020(1), 77–100.
Heer, J. & Sauerwein, M. (i. E.). Schulentwicklung als Kooperationsprojekt zwischen Wissenschaft und Praxis am Beispiel von StEG-Tandem. In S. Kielblock, B. Arnoldt, N. Fischer, J. M. Gaiser & H. G. Holtappels (Hrsg.), Individuelle Förderung in der Ganztagsschule. Weinheim: Beltz Juventa.
Sauerwein, M. & Heer, J. (2019). „es ist sozusagen auch nur EIN Beispiel, wie das umgesetzt wurde.“ Wissenschafts-Praxis-Transfer als prozesshafter Dialog. Sozial Extra, 2019(4), 271–275.
Gleiß, M. Heer, J. Racky, G. & Thiel, M. (i.E.). „Man lernt nirgends so viel wie an der Front“ – Praxis statt Theorie? In S. Richter & B. Friebertshäuser (Hrsg.), Studieren – Forschen (als) Praxis. Ethnographische Erkundungen von Studierenden der Erziehungswissenschaften. Frankfurter Beiträge zur Erziehungswissenschaft.