Jana Heer, M.A.

Kontakt

Goethe-Universität Frankfurt
GRK Doing Transitions

Besucheradresse:
IKB-Gebäude, 4. OG
Eschersheimer Landstraße 121
60322 Frankfurt am Main

Postadresse:
Theodor-W.-Adorno-Platz 1
IKB-Gebäude, Postfach 3
60323 Frankfurt am Main

heer(at)em.uni-frankfurt.de

Jana Heer hat Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main studiert. Nach dem Master arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt am Main in der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) im Projekt StEG-Tandem. In ihrer Dissertation, die sie als Kollegiatin des Graduiertenkollegs Doing Transitions anfertigt, befasst sie sich mit der Herstellung und Gestaltung des Übergangsprozesses der Adoleszenz via Social Media.

Forschungsprojekt

Mit der Digitalisierung des Alltags und einem nahezu flächendeckenden Zugang zu internetfähigen Endgeräten unter Adoleszenten wird das Aufwachsen der sogenannten ‚digital natives‘ neu geformt. ‚Online – und Offline-Welten’ amalgamieren zusehends, womit sich neue Formen der Kommunikation und Praxen der Selbstdarstellung qua Bild- und Videoposts in Räumen fernab körperlicher Kopräsenz etablieren. So fungiert der sich verändernde und zunehmend mit gesellschaftlichen Erwartungen und Normierungen konfrontierte adoleszente (Geschlechts-)Körper in einem doppelten – nun auch digitalen – Sinne als „Bühne“, der online inszeniert und durch das (virtuelle) Publikum bewertet, kommentiert und verhandelt wird.
Die Statuspassage des Erwachsenwerdens, welche durch die zunehmenden körperlichen Veränderungen markiert wird, oder präziser: die Herstellung des Übergangs der Aneignung des geschlechtlich gereiften Körpers in der Adoleszenz über soziale Online-Medien steht im Fokus der Dissertation. Mittels eines ethnographischen Forschungszugangs wird das neue, gegenwärtig unter Adoleszenten populäre Phänomen sogenannter Online-Challenges näher betrachtet, bei denen (jugendliche) Nutzer*innen unter einem bestimmten Schlagwort meist selbst oder in Gruppen gefilmte Kurzvideos online stellen, in denen die eigene Interpretation der immer gleichen Bewegungsabläufe oder Aufgaben zu bestimmten Songs oder Tonspuren performt wird. Unter der Headline „Online -Challenges – Modernisierung ritualisierter Übergangspraktiken der Adoleszenz im digitalen Zeitalter?“ wird mit der Arbeit versucht, einen Beitrag zur Modernisierung des Ritualbegriffs in der Übergangsforschung zu leisten und die individuelle Herstellung und Gestaltung des großen Übergangsprozesses der Adoleszenz mittels kleiner online Übergangsrituale in Form jener Challenges aus einer praxistheoretischen Perspektive dekonstruierbar zu machen.

Vorträge

Sauerwein, M. & Heer, J. (2019). How do school development teams implement peer-mentoring in supervised homework – linking text mining to (qualitative) social reconstructive methods. Contribution at the 3rd International Conference on School Improvement Research (SIR): Concepts, Designs, and Methods on 25–26 April 2019, University of Zürich.

Publikationen

Sauerwein, M. & Heer, J. (2020). Warum gibt es keine leistungssteigernden Effekte durch den Besuch von Ganztagsangeboten? – oder Über die Paradoxie individueller Förderung. Zeitschrift für Pädagogik, 2020(1), 77–100.
Heer, J. & Sauerwein, M. (i. E.). Schulentwicklung als Kooperationsprojekt zwischen Wissenschaft und Praxis am Beispiel von StEG-Tandem. In S. Kielblock, B. Arnoldt, N. Fischer, J. M. Gaiser & H. G. Holtappels (Hrsg.), Individuelle Förderung in der Ganztagsschule. Weinheim: Beltz Juventa.
Sauerwein, M. & Heer, J. (2019). „es ist sozusagen auch nur EIN Beispiel, wie das umgesetzt wurde.“ Wissenschafts-Praxis-Transfer als prozesshafter Dialog. Sozial Extra, 2019(4), 271–275.
Gleiß, M. Heer, J. Racky, G. & Thiel, M. (i.E.). „Man lernt nirgends so viel wie an der Front“ – Praxis statt Theorie? In S. Richter & B. Friebertshäuser (Hrsg.), Studieren – Forschen (als) Praxis. Ethnographische Erkundungen von Studierenden der Erziehungswissenschaften. Frankfurter Beiträge zur Erziehungswissenschaft.