Dr. Kevin Stützel

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Goethe-Universität Frankfurt
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Dr. Kevin Stützel hat Pädagogik mit Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Freien Universität Berlin studiert und im Fachbereich Erziehungswissenschaften 2017 promoviert. Er war an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und am Arbeitsbereich Qualitative Methoden und Mikrosoziologie des Instituts für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. Seit 2021 arbeitet er als Post-Doktorand an der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Arbeitsschwerpunkte sind: Theorie und Methodologie rekonstruktiver Sozialforschung, Männlichkeits- und Geschlechterforschung, Neonazismusforschung, Professions- und Professionalisierungsforschung, Rekonstruktive Forschung in der Sozialen Arbeit

https://www.researchgate.net/profile/Kevin_Stuetzel

https://uni-frankfurt.academia.edu/Stützel

Forschungsprojekt

Kollektivität im Übergang – Zur kollektiven und biographischen Bearbeitung von (psycho-)sozialen Problemen in Selbsthilfegruppen

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Selbsthilfegruppen, in denen ohne professionelle Anleitung (psycho-)soziale Probleme bearbeiten werden. Ausgehend von der Theoretisierung des Forschungsgegenstandes als Phänomen der Übergangsforschung, werden in einer qualitativ-rekonstruktiven Studie Selbsthilfegruppen mit einem multimethodischenForschungsdesign untersucht. Rekonstruiert werden mit der Dokumentarischen Methode einerseits Mitschnitte der Gruppentreffen, die hinsichtlich ihrer propositionalen und performativen Vollzüge in den Blick genommen werden. Die Rekonstruktion kollektiver Problembearbeitungsprozesse wird andererseits, über die teilnehmende Beobachtung material-leiblicher Vollzüge wie Mimik, Gestik, Räume und Dinge, erweitert. Darüber hinaus werden biographisch-narrative Interviews mit Teilnehmer_innen der untersuchten Selbsthilfegruppen geführt und mit der Dokumentarischen Methode ausgewertet. Rekonstruiert werden handlungsleitende Orientierungen der Mitwirkung in Selbsthilfegruppen resp. vor welchem biografischen Hintergrund (psycho-)soziale Probleme bearbeitet werden. Daran anschließend sollen die herausgearbeiteten kollektiven und biographischen Problembearbeitungsprozesse miteinander trianguliert werden.

Curriculum Vitae

Seit Oktober 2021

Post-Doktorand am DFG-Graduiertenkolleg „Doing Transitions“ der Goethe Universität Frankfurt am Main.

November 2018 bis September 2021
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Qualitative Methoden und Mikrosoziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Forschungsprojekt „Übergänge in Pflegeberufe. Bildungsbiografische Perspektiven männlicher Auszubildender“

April 2017 bis Dezember 2018
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Koordinationsstelle Chance Quereinstieg – Mehr Männer in Kitas an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB). Konzeption und Durchführung des qualitativen Teils der „Follow-Up-Studie – 10 Jahre Männer in Kindertagesstätten“

Juni 2017
Dissertation (Doktor der Philosophie) am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien-Universität-Berlin mit dem Thema: „Jugendarbeit mit Jugendlichen im Kontext rechter Orientierungen. Rekonstruktiv-praxeologische Perspektiven auf professionelles Handeln.“

Mai 2015 bis März 2017
Konzeption und Durchführung von Workshops zu qualitativen Methoden, insbesondere Dokumentarische Methode (Gruppendiskussionen, Bildinterpretation, Triangulation, Typenbildung)

Mai 2012 bis April 2015
Promotionsstipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Oktober 2009 bis April 2012
Dozent in der politischen Bildungsarbeit zu den Themen Neonazismus und Geschlecht sowie geschlechtsbezogene Pädagogik

Mai 2008 bis Oktober 2009
Koordination eines Modellprojektes gegen Neonazismus in Sachsen-Anhalt

September 2007 bis Dezember 2007 
Arbeit in der mobilen Beratung für Betroffene rechter und rassistischer Angriffe in Sachsen-Anhalt.

Oktober 2000 bis März 2007
Studium der Pädagogik mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Freien-Universität-Berlin

Publikationen

Monographien

2020

Umgang mit Heterogenität. Geschlechtsbezogene Zusammenarbeit in Kindertagesstätten. Opladen/Berlin/Toronto (zusammen mit Michael Cremers und Maria Klingel).

2019

Jugendarbeit im Kontext von Jugendlichen mit rechten Orientierungen. Rekonstruktiv-praxeologische Perspektiven auf professionelles Handeln. Wiesbaden


Herausgeberschaften

2019

Amling, Steffen/ Geimer, Alexander/Schondelmayer, Anne-Christin/Stützel, Kevin/Thomsen, Sarah (Hrsg.) (2019): Jahrbuch Dokumentarische Methode. Heft 1/2019. 
https://doi.org/10.21241/ssoar.65683


Artikel

2021

Offene Kinder- und Jugendarbeit im Kontext von rechten Orientierungen (zusammen mit Anna Jachmann-Ciaglia). In: Deinet, Ulrich/Sturzenhecker, Benedikt/Schwanenflügel, Larissa von/Schwerthelm, Moritz (Hrsg.): Handbuch Offene Kinder- und Jugendarbeit. Wiesbaden: Springer VS, S. 1051-1062.

2020

Kontraste in der Gemeinsamkeit – Zur Forschungspraxis und Mehrdimensionalität der dokumentarischen Typenbildung. In: Amling, Steffen/Geimer, Alexander/Rundel, Stefan/Thomsen, Sarah (Hrsg.): Jahrbuch Dokumentarische Methode. Heft 2-3/2020(S. 49-68). https://doi.org/10.21241/ssoar.70898 

Soziale Arbeit und ihr Umgang mit Rechtspopulismus (zusammen mit Stefanie Lindner). In: Forum Sozial, Heft 1/2020, S. 21-24.

2019

Die Dokumentarische Methode am Beispiel einer Geschlechterforschung im Feld der Kindheitspädagogik. (zusammen mit Michael Cremers und Maria Klingel) In: Kubandt. Melanie/Schütz Julia (Hrsg.): „Gerne Geschlecht?!“ – Methoden und Methodologien in der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung. Opladen.

2018

Theorie und Theoriebildung in der praxeologischen Typenbildung. Grundbegriffe als Denkraum. In: Bohnsack, Ralf/Hoffmann, Nora-Friederike/Nentwig-Gesemann, Iris (Hrsg.): Typenbildung und Dokumentarische Methode. Forschungspraxis und methodologische Grundlagen. Opladen/Farmington Hills, S. 117-130.

Rekonstruktive Soziale Arbeit und praxeologische Analyseeinstellung – Empirische Befunde zur Sozialen Arbeit im Kontext von Jugendlichen mit rechten Orientierungen. In: Bohnsack, Ralf/Kubisch, Sonja/Streblow, Claudia (Hrsg.): Soziale Arbeit und Dokumentarische Methode. Methodologische Aspekte und empirische Erkenntnisse. Opladen/Farmington Hills, S. 102-118.

2017

Völkische Formierung. Herausforderungen für die Jugendarbeit am Beispiel der „Gruppe Freital“ (zusammen mit Enrico Glaser). In: Sozialmagazin, Heft 12, S. 84-91.

2015

Dokumentarische Bildinterpretation als empirischer Zugang zu pädagogischen Handlungspraxen. In: Bohnsack, Ralf/ Michel, Burkhard/ Przyborski, Aglaja (Hrsg.): Dokumentarische Bildinterpretation. Methodologie und Forschungspraxis. Opladen/ Berlin/Toronto, S. 305-322.

„Dann bin ich gar nicht mehr authentisch“. Die Gefahr von Verkürzungen in der pädagogischen Rechtsextremismusprävention (zusammen mit Vivien Laumann). In: Hechler, Andreas / Stuve, Olaf (Hrsg.): Geschlechterreflektiert gegen Rechts bilden! Opladen/Berlin/Toronto, S. 135-150.

Die rechte Mitte im Bild. Eine rekonstruktive Bildanalyse zum NSU (zusammen mit der AG Sozialwissenschaftliche Interpretation von Körperbilden – Anna Carnap, Claudia Dreke, Maria Gall-Prader, Heike Kanter, Axel Philipps, Erhard Stölting und Gabriele Wopfner). In: Sozialer Sinn, 16. Jg, Heft 1, S. 3-25.

2013
Männlich, gewaltbereit und desintegriert. Eine geschlechterreflektierende Analyse der akzeptierenden Jugendarbeit in den neuen Bundesländern. In: Radvan, Heike/Amadeu Antonio Stiftung (Hrsg.): Gender und Rechtsextremismusprävention. Berlin, S. 211-229

Rezensionen

2020 
Rezension zu Schönemann, Sebastian: Symbolbilder des Holocaust. Fotografien der Vernichtung im sozialen Gedächtnis. In: Zeitschrift für Qualitative Forschung, 20. Jg., Heft 2/2020, S. 307‒312.

           

Vorträge und Tagungen (Auswahl)

2021

„Pflegekräfte gesucht. Rekonfigurationen von Grenz- und Care-Regimen im Kontext von Männlichkeit, Flucht und Sorgearbeit“ – Vortrag gemeinsam mit Sylka Scholz in der Plenarveranstaltung „Rekonfigurationen von Grenz- und Careregimen in Zeiten von Corona“ auf dem gemeinsamen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS) „Post-Corona-Gesellschaft. Pandemie, Krise und ihre Folgen“ am 24.08.2021.

„Das würde ich jetzt nicht gleich rechts nennen – Ein- und Ausschlüsse der Jugendarbeit mit rechtsorientierten Jugendlichen“ – Vortrag gemeinsam mit Stefanie Lindner auf der trinationalen Tagung „Europäische Gesellschaft(en) zwischen Kohäsion und Spaltung“ der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Soziale Arbeit (DGSA, OGSA, SGSA) am 24.04.2021.

2020

„Generalisierung und Typenbildung mit der Dokumentarischen Methode“ – Vortrag im Rahmen des Nachwuchsnetzwerks Dokumentarische Methode an der Universität Erfurt am 27.02.2020.

2019

„Zwischen konstituierender Rahmung und entgrenzter Beziehung – Dokumentarische Professionalitätsforschung am Beispiel der Jugendarbeit mit Jugendlichen mit rechten Orientierungen“ – Vortrag auf der Tagung „Was Soziale Arbeit (aus)macht. Beiträge rekonstruktiver Forschung zur Theoriebildung“ an der Hochschule Hannover am 23.11.2019

„Unter Druck – Soziale Arbeit und die Einflussnahme der extremen Rechten“ – Vortrag gemeinsam mit Stefanie Lindner beim Studientag „Soziale Arbeit und Rechtsextremismus“ an der Frankfurt University of applied Sciences am 05.07.2019.

2018

„Heterogenität als Herausforderung. Zum Umgang mit Geschlecht in Kita-Teams“ – Vortrag gemeinsam mit Michael Cremers auf der Abschlusstagung der „Follow-Up Studie – 10 Jahre Männer in Kindertagesstätten“ am 24.11.2018 in Berlin.

„Am Ende weiß ich’s nicht“ – Geschlechterkonzepte und Geschlechterkonstruktionen in Kita-Teams – Vortrag gemeinsam mit Michael Cremers auf der Tagung „gender_wissen in den Forschungsfeldern der Sozialen Arbeit“ am 22.08.2018 an der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Mitgliedschaften

Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) 

Kommission Sozialpädagogik

Netzwerk für Rekonstruktive Soziale Arbeit

Centrum für evaluations- und sozialforschung (ces e. V.)